Bedeutung des Namens

In der botanischen Nomenklatur wird die Teufelskralle Harpagophytum procumbens D. C. benannt. Der Gattungsname teilt sich in die griechischen Wörter harpagos = Enterhaken und phytos = Pflanze (Pflanze mit widerhakigen Früchten. Als solche wurde die Teufelskralle vom Schweizer Botaniker Augustin pyramus De Candolle [1778-18411 klassifiziert [D. C. = De Candolle]). Der Beiname procumbens ist lateinischen Ursprungs und bedeutet niederliegend (am Boden niederliegendes Gewächs).

Es erscheint zuerst rätselhaft, warum eine so heilkräftige Wunderpflanze mit den furchterregenden Krallen eines Teufels in Verbindung gebracht wird. Betrachtet man aber die ausgebildeten Früchte, so sind an den handförmig gestalteten Teilabschnitten kräftige Widerhaken zu erkennen. Diese können sich leicht an vorüberziehenden Weidetieren festklammern. Um diese lästigen Plaggeister wieder loszuwerden, müssen die befallenen Tiere die stacheligen Früchte regelrecht durch Stampfen in den Boden abwerfen. Damit werden sie kräftig in die Erde gestossen, und wenn dann die nächste Regenperiode ausbricht, klaffen die Früchte auseinander und können in der Erde wurzeln. Das Teuflische an der Sache ist also die Fortpflanzungsweise, bei der sich die Fruchtkapseln in Beine oder Körper eines Tieres krallen.

Herkunft und Gewinnung

Die Teufelskralle wächst im roten Sand der Kalahari- und der Nambiwüste in den Steppengebieten Südwestafrikas.

Die Teufelskralle gehört zur botanischen Familie der Pedaliaceen. Jedes Jahr wachsen zu Beginn der Regenzeit etwa 1 m lange Triebe mit rot gefärbten Trompetenblüten in den Blattachseln. Nach der Blüte entwickelt sich eine Frucht, die holzig wird und lange mit Widerhaken versehene Arme ausbildet. Das Fruchtgebilde sieht aus wie eine gespreizte Hand mit gekrümmten Fingern, die mit spitzigen Domen enden.

Es ist zu beachten, dass die afrikanische Teufelskralle nicht mit unseren in Europa heimischen Teufelskrallen verwechselt werden darf. So nennen wir die zu den Glockenblumengewächsen gehörigen Phyteuma-Arten, die in Mischwäldern und auf Alpenwiesen gedeihen und als Rapunzel bezeichnet werden. All diese Rapunzel sind medizinisch nicht wirksam. Nach der Blütezeit werden die Speicherknollen (Sekundärwurzeln) der Teufelskralle von Eingeborenen ausgegraben und sofort getrocknet, da sie sonst verfaulen. Die höher liegenden Primärwurzeln sind medizinisch nicht wirksam, nur die 1 bis 1,5 m tief sitzenden Sekundärwurzeln. Da die Nachfrage für Teufelskrallenwurzeln aus wildwachsenden Beständen bald nicht mehr gedeckt werden kann, haben die Bewohner Südwestafrikas beschlossen, die Pflanzen unter Naturschutz zu stellen und den Anbau in Kulturen zu fördern.

Heilwirkung der Teufelskrallenwurzeln

Pharmazeutische Untersuchungen haben in den Sekundärwurzeln wirksame Stoffe wie Harpagosid als glycosidähnlicher Bitterstoff, Harpagid, Zimt- und Chiorogensäure nachgewiesen.

Die Effizienz in der Behandlung von Rheumatismus und Arthrose ist höchst bemerkenswert. Laut der einschlägigen Literatur wirkt Harpagophytum sowohl schmerzlindernd als auch entzündungshemmend. Ausserdem soll es die Beweglichkeit der Gelenke eindeutig verbessern und so auf vorteilhafte Weise herkömmliche Methoden ersetzen, die zur Behandlung von Entzündungen angewendet werden. Es ermöglicht, die Dosierungen von Medikamenten zu reduzieren. Dabei ist die Absenz jeglicher toxischer Substanzen besonders hervorzuheben. Durch die Einnahme von Harpagophytum entstehen keine unerwünschten Nebenwirkungen, insbesondere keine Magen-Darmbeschwerden. Auch Sportler benutzen die Teufelskralle mit Erfolg, um durch Überbeanspruchung drohende Tendiniten und Gelenkschmerzen zu vermeiden.

Die Wurzel Harpagophytum soll ausserdem die Elimination von Harnsäure fördern und daher hochwirksam in der Behandlung der entzündlichen Form von Gicht sein.

Eine grosse Zahl klinischer Studien in der ganzen Welt mit Teufelskrallenwurzeln haben wiederholt gezeigt, dass die Wirkstoffe entzündungshemmende (antiphlogistische), schmerzstillende, entgiftende, harnsäureausscheidende, entschlackende, stoffwechselfördernde und antirheumatische Eigenschaften besitzen. Harpagophytum ist zur Einnahme als Tabletten und Kapseln und zur äusseren Behandlung auch als Massage-Gel für eine komplementäre lokale Anwendung gegen Entzündungen, Schmerzen und Verspannungen erhältlich.

Anwendungsmöglichkeiten

Arthrose, Arthritis, Schwellungen, Verhärtungen und Spannungen an den Gelenken, Muskelrheuma, Bindegewebsrheuma, Gicht, erhöhter Harnsäurespiegel im Blut, Rückenschmerzen infolge Abnützungsschäden, Spondylosis deformans, erhöhte Fettwerte im Blut (Cholesterin, Triglycerid), Neuralgien und dysepsischen Beschwerden im Magen-Darm-Trakt.

Quelle: IG Rheuma, CH-St. Margarethen