ANTI-AGING – Medizin des Neuen Jahrtausends

Anti-Aging ist ein ganzheitliches Konzept, das auf sechs Säulen aufgebaut ist. Diese sechs Säulen bilden die derzeit stärksten Waffen gegen das Altern.

DHEA ist das am meisten im menschlichen Organismus vorkommende Hormon. Untere DHEA – Werte sind mit Altern und Krankheit assoziiert. Besonders ein Mangel an der an Sulfat gebundenen Form von DHEA, DHEAS, ist mit Verminderung der Immunfunktion, vermehrter Entzündungsneigung, größerem Krebsrisiko und vermehrten Herzinfarkten verbunden. Außerdem leiden DHEA defiziente Menschen gehäuft an Osteoporose. Das spezielle Interesse an DHEA stammt aber von seiner Funktion als Prohormon: DHEA ist ein Vorläufer von Testosteron und Östrogen und somit die Muttersubstanz anderer Hormone.

DHEA und Atherosklerose

Neueste Untersuchungen bewiesen, dass DHEA einen Schutz vor Atherosklerose darstellt. Der dramatische DHEA – Abfall während des Alterns geht Hand in Hand mit dem Anstieg der Sterberate an Herzinfarkten.

DHEA scheint Cholesterin vor Oxidation zu schützen. Das oxidierte LDL – Cholesterin kann nicht von den Fresszellen des Körpers, den Makrophagen aufgenommen werden, da die entstehenden freien Radikale die Makrophagen selbst schädigen und zerstören.

Offenbar erhöht DHEA aber auch die von den Thrombozyten gebildete Superoxiddismutase (SOD), ein Enzym, das vor allem durch seinen Kampf gegen die freien Radikale seinen Platz in der Enzymfamilie innehat. Also, scheint es so zu sein, dass DHEA eine wichtige Funktion zum Schutz vor Oxidation besitzt.

DHEA und Entzündungen

DHEA wirkt gegen Entzündungen, indem es z.B. die Interleukin 2 Zytokine, Stoffe, die Entzündungen aufrechterhalten, vermindert. Neuerdings wurde diese Wirkung auch bei dem Zytokin TNF- alpha gefunden, einem Entzündungsstoff, der die Entzündungen erst so richtig mit dem Endergebnis des Zelltodes eskalieren lässt. DHEA scheint auch die Rolle zu haben, die Produktion von Interferonen zu stimulieren. Das sind wichtige Neuigkeiten für Menschen, die unter chronisch – entzündlichen Erkrankungen wie Rheuma und Autoimmunerkrankungen leiden. Heute wissen wir, dass Altern selbst eigentlich ein chronisch entzündlicher Status ist. Wenn dem so ist, dann können wir davon ausgehen, dass DHEA auch die Alterungsprozesse abbremst.

DHEA und das Gehirn

DHEA scheint auch das Hirngewebe vor Schäden zu schützen. Obwohl es im Gehirn keine Rezeptoren von DHEA gibt, ist seine Wirkung dort ohne Zweifel. Es dockt an den NMDA – sensitiven Glutamatrezeptor des Gedächtnisbezirkes Hippocampus an und es hat eine beruhigende Wirkung über Stimulation des GABA – Rezeptors, der seine Aufgabe in der Hemmung von Angstzuständen hat. (Die meisten der Benzodiazipine wirken dort, aber auch das Gelbkörperhormon Progesteron) Durch seine antioxidative, immunstimulierende und anti-entzündliche Wirkung schützt DHEA auch vor Alzheimer Erkrankung. Es wirkt neuroprotektiv, d.h. es schützt auch gegen Nervenzerstörung nach Schlaganfällen, Unfällen und Hirnblutungen. Wenn wir an Cortison denken, ein Hormon, das ebenfalls aus der Nebennierenrinde stammt, dann müssen wir auch an DHEA denken. Das Verhältnis von DHEA zu Cortison sollte immer gleich bleiben, sonst kommt es zu den zerstörerischen Wirkungen von Cortison, besonders im Bereich der Hippocampusarea.

DHEA und Kinderwunsch

Bei 80 mg DHEA täglich zeigte sich, dass anovulatorische Frauen mit Kinderwunsch einen Eisprung bekamen und schwanger wurden. Das zeigt, dass DHEA ein biologisch wichtiges Prohormon anderer Steroidhormone ist, da zum Beispiel auch die nicht mehr umwandelbare Form 7 –keto DHEA in männlicher Spermienflüssigkeit gefunden wurde.

Besser fühlen mit DHEA

Auffällig ist, dass sich unter der Einnahme von DHEA das Wohlbefinden steigert: DHEA erhöht die Spiegel von Beta – Endorphin, einem körpereigenen morphinähnlichen Substrat. Während des Fastens, dies vielleicht interessiert diejenigen, die sich zuckerarm ernähren, steigt der DHEA – Spiegel um bis zu 30 % an. (Ebenfalls unter Meditation) Kalorische Essenseinschränkung ist als bisher einzige Methode zur Lebensverlängerung belegt. DHEA scheint ähnlich zu wirken.

DHEA schützt das kardiovaskuläre System

Die Massachusetts male Study of Aging, die 1700 Männer im Alter zwischen 40 und 70 Jahren über 9 Jahre beobachtete, bestätigte die Korrelation zwischen DHEA Spiegeln und vermindertem Herzinfarkt bei Männern. Niedrige DHEA – Spiegel waren ein signifikantes Warnsignal für Infarkt.

DHEA hatte bei diesen Patienten eine sehr wichtige umgekehrte Beziehung zum Insulinspiegel. Vielleicht erklärt dies die Tatsache, warum DHEA im Status der Hyperinsulinämie und Insulinresistenz, sowie der Atherosklerose immer weit vermindert vorliegt. Auch aus einer Kanadischen Studie wissen wir , dass DHEA die Blutgefäße gegen Atherosklerose schützt.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die mannigfaltigen Wirkungen von DHEA wohl heute noch unterschätzt werden und dass dieser Wirkstoff von enormer Wichtigkeit gerade im Alter ist. Leider ist allgemein noch zu wenig über DHEA bekannt. Nur dies kann erklären, warum bei einer Mangelerscheinung die Verordnung von DHEA nicht selbstverständlich ist.

Alle bisher erfolgten jahrelangen Studien haben bisher belegt, dass bei physiologischer Dosierung keinerlei Nebenwirkungen aufgetreten sind.
Quelle: http://www.anti-aging-med.de

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DHEA (Dehydroepiandrosteron)

DHEA ist ein Steroidhormon der Nebenniere. Hormone sind Stoffe, die in Drüsen oder Geweben gebildet werden und in anderen Zellen (Zielzellen) einen Stoffwechseleffekt haben. Hormone sind eine uneinheitliche Stoffgruppe. DHEA ist das verbreiteste Hormon im Blut und kommt in höchster Konzentrationen im Gehirn vor. DHEA wurde 1931 von A. Butenandt (deutscher Chemiker, Nobelpreisträger) im menschl. Urin entdeckt. Es wird in der Nebennierenrinde (Zona reticularis) hergestellt, durch die Leber in das Sulfat DHEAS (Entdeckung 1944) umgewandelt, zikuliert so relativ stabil hauptsächlich tagsüber im Blut und wird im Körper in die Sexualhormone Testosteron and Östrogen transformiert. Die Produktion ist im Alter von 25 Jahren am höchsten, und fällt danach stetig ab bis auf 5% des Maximums mit 85 Jahren. Bei anderen Steroiden ist das nicht der Fall.

DHEA und Altern

Nach Dr. W. Regelson, Medical College Virginia ist DHEA einer der besten biochemischen MARKER für das chronologische Alter. Bei einigen Menschen nimmt DHEA während des Lebens um 95% ab, die größte Abnahme bei den wichtigen biochemischen Stoffen, die bisher bekannt ist. In Tierstudien verlängerte DHEA das Leben von Nagetieren um 50%. Die Tiere lebten nicht nur länger, sahen jünger aus. Die grauhaarigen Kontrolltiere konnten leicht von den glatten schwarzhaarigen DHEA-behandelten Tieren unterschieden werden. DHEAS Pegel korrelieren direkt mit der Sterblichkeit (Sterbewahrscheinlichkeit) in Menschen. In einer 12 Jahre andauernden Studie mit 240 Männern im Alter von 50 bis 79 Jahren fanden Wissenschaftler heraus, daß DHEAS-Pegel umgekehrt proportional zur Sterblichkeit sind, egal ob Herzinfarkt oder andere Ursachen zum Tod geführt haben. Einem 1mg/Liter-Anstieg in DHEAS Konzentration entsprach 48% Reduktion der Sterblichkeit an Herzinfarkt. Diejenigen mit einem höheren Blutpegel an DHEAS lebten länger und hatten ein geringeres Risiko an Herzerkrankungen. Diese Ergebnisse lassen den Schluß zu, DHEAS als diagnostischen Standard zu verwenden, Krankheit, Sterbewahrscheinlichkeit und Lebensalter vorherzusagen. Eine andere Studie testete kürzlich die Effekte minimaler DHEA-Dosen (50mg/Tag) bei Männern und Frauen zwischen 40 und 70 Jahren. Nach 2 Wochen hatte sich der Blutpegel der Leute fast verdoppelt. Sie schliefen besser, fühlten sich entspannter, hatten mehr Energie und reagierten besser auf Stress.

Verbesserung der Gehirnleistung

DHEA dürfte ebenfalls eng damit verbunden sein, Gehirnneuronen vor altersbedingten, degenerativen Prozessen wie Alzheimer zu bewahren. Nicht nur daß solche degenerativen Prozesse am häufigsten dann auftreten, wenn die DHEA-Pegel am niedrigsten sind sondern die Konzentration von DHEA im Gehirn ist weit höher als im Blut. Dr E. Roberts ist Spezialist in diesem Forschungsbereich. Er fand daß geringe Mengen DHEA genügen, um die Anzahl der Nervenzellen zu erhöhen, die Zahl ihrer Kontakte mit anderen zu erhöhen und ihre Differenzierung in Zellkulturen anzuregen.DHEA hat seinen Ergebnissen zufolge auch das Langzeitgedächtnis bei trainierten Mäusen verbessert. Es kann eine ähnliche Rolle im menschlichen Gehirn spielen.

DHEA und das Immunsystem

DHEA verbessert erwiesenermaßen die Immunantwort des Organismus. Orale und vor allem subcutane Gaben von DHEA haben Nagetiere (Mäuse, Ratten) vor tödlichen Infektionen bewahrt. [. Endocrinol. 150: S209-S220 (1996)]. Getestete Erreger waren z. B. Herpes virus Typ 2, Coxsackie virus B4 (CB4)) Epstein-Barr-Virus, West Nile Virus, Sindbis Virus, Semliki Forest Virus; Bakterien :(Enterococcus faecalis, Pseudomonas aeruginosa), und Parasiten: (Cryptosporidium parvum).
Die Nebenwirkungen der Kortikosteroide wie Verkleinerung der Thymusdrüse und Unterdrückung der Immunreaktion treten bei DHEA nicht auf. DHEA hat keine direkte Wirkung auf Viren. Die Wirkung erfolgt durch Stimulierung der Lymphozyten (Weiße Blutkörperchen), Lymphoide Organe und immunmodulierende Cytokinine. DHEA scheint auch bei HIV-infizierten Menschen eine besondere Rolle zu spielen. Die meisten HIV-infizierten Männer haben einen bedeutend niedrigeren DHEA-Pegel im Blut als nicht infizierte. [J. of the American Medical Association 1989,261:1149]. DHEA hemmt die Ausbreitung des HIV-Virus Typ1 im Menschen.

DHEA und Krebs

Frühe Studien aus England [Bulbrook, 1962,1971] ergaben, daß DHEA in abnorm geringer Konzentration bei Frauen vorkam, die Brustkrebs hatten, sogar bis zu neun Jahre bevor die Krankheit diagnostiziert wurde. Von 5000 Frauen der Studie entwickelten 27 Brustkrebs. Die meisten der 27 hatten extrem niedrige DHEA-Werte. Falls niedrige Pegel an DHEA Brustkrebs fördern, ist auch der Umkehrschluß zulässig? Dr. A. Schwartz von der Temple University USA fand, daß Zugaben von DHEA in Zellkulturen vor der Giftigkeit von Cancerogenen Krebserzeugende Faktoren) bewahrte. Normalerweise reagieren Zellkulturen darauf deutlich mit DNA-Mutationen, Änderungen des Zellerscheinungsbildes und einer hohen Sterberate. Bei DHEA-Gaben wurden alle diese Effekte deutlich vermindert. Bei Mäusen die mit krebserregenden Mitteln behandelt wurden bekamen diejenigen, die zusätzlich DHEA erhielten keinen Brustkrebs. Bei anderen Studien wurde eine Reduktion der Tumorrate bis zu 80% beobachtet. [Schwartz 1981, 1984] Der bekannte DHEA-Forscher W. Regelsen konstatierte: “Immer wenn DHEA in einer Modellumgebung für die Krebsentstehung und Tumorinduzierung getestet wurde, hatte DHEA präventive Effekte.”

DHEA gegen Fettleibigkeit

Gleichzeitig mit der Erforschung der Krebswirkung von DHEA wurde die Wirkung von DHEA bei genetisch fettleibigen Mäusen untersucht. Obwohl die DHEA-behandelten Mäuse normal fraßen, blieben sie dünn. Und lebten länger als die Kontrollmäuse. In einem anderen Experiment fand man heraus, daß sogar dicke Ratten mittleren Alters Gewicht verloren, wenn sie mit DHEA-ergänzter Nahrung gefüttert wurden. Diabetes, eine typische Folgeerscheinung von Fettleibigkeit, wurde ebenfalls dramatisch reduziert.

Dosierung

Bis zu 8000mg/Tag hat man in Versuchen Menschen verabreicht ohne größere Nebenwirkungen. Empfohlen wird, die eigene DHEA und DHEAS-Konzentration auf den Level in jugendlichem Alter zu bringen.

Wenn man es genau wissen will, sollte man einen Test machen, um seinen Blutpegel zu bestimmen.
Gemäss Faustregel sollten 25-50 mg bei Frauen und 75-100mg bei Männern dazu ausreichen.

DHEA wird durch Extraktion von Steroiden aus Discorea, einer mexikanischen Pflanze gewonnen. Die Nebenniere produziert am Morgen die grösste Menge an DHEA , dessen Konzentration dann tagsüber sinkt. Wissenschaftler empfehlen deshalb, DHEA am Morgen zu nehmen, um im Gleichklang mit dem natürlichen täglichen Ablauf zu sein.

Eine abendliche Einnahme kann Schlaflosigkeit verursachen.

DHEA sollte mit fetthaltiger Nahrung ( Butter, Milch, Fleisch) eingenommen werden.

Zusammenfassung

Wegen seiner universellen Funktion im menschlichen Stoffwechsel, besteht zwischen verschiedenen Krankheiten und DHEA ein Zusammenhang. Dieses und die äusserst gute Verträglichkeit könnte dazu führen daß DHEA zum Schlüssel für etliche Therapie wird. Wie bei allen neu entdeckten Agenzien, sind weitere Studien notwendig, um seine vollständige Rolle im Stoffwechsel aufzukären. Die bisherigen Ergebnisse ermuntern dazu.

In Europa wird DHEA derzeit von der Schulmedizin ignoriert.

Buchempfehlung:

“DHEA: Die Pille für ein langes Leben” von Stephen Cherniske im Rowolt-Verlag.